das festival
west-eastern divan festival
Im Sommer 1999 luden Daniel Barenboim und Edward W. Said junge Musiker:innen aus Israel und Palästina nach Weimar ein, die damalige Kulturhauptstadt Europas. Was als einmaliger Workshop geplant war, ist längst zu einer festen Größe im internationalen Musikleben geworden: Seit mehr als 25 Jahren trägt das West-Eastern Divan Orchestra seine Botschaft der Verständigung und des Dialogs in die Welt. In dieser Zeit ist die Gründungsidee weiter gewachsen und hat neue Identitäten angenommen. Die seit 2008 bestehende Daniel Barenboim Stiftung in Berlin ist heute die gemeinsame Dachorganisation für das Orchester, die Barenboim-Said Akademie, an der etwa 90 Studierende überwiegend aus dem Nahen Osten und Nordafrika in Musik und Geisteswissenschaften ausgebildet werden, sowie den 2017 eröffneten Pierre Boulez Saal. Im Barenboim-Said Center for Music in Ramallah, einem weiteren Projekt der Stiftung, erhalten junge Palästinenser:innen eine musikalische Ausbildung, die sie auf ein weiterführendes Musikstudium vorbereitet. Bereits seit 2004 existiert die eigenständige Fundación Barenboim-Said in Sevilla, wo das West-Eastern Divan Orchestra in den ersten Jahren seines Bestehens beheimatet war. Auch sie bietet eine Reihe von Ausbildungsprogramme an. Die Arbeit beider Stiftungen steht dabei unter dem Leitgedanken von „Bildung durch Musik“.
Das West-Eastern Divan Festival, das im November 2026 zum ersten Mal stattfindet, vereint all diese Institutionen – und integriert sie in das vielfältige Kulturleben Berlins. Für eine Woche kommen hier international renommierte Künstler:innen, die seit langem eng mit den einzelnen Projekten und ihrer Mission verbunden sind, sowie Studierende und prominente Gäste zusammen. An verschiedenen Orten in der Stadt sind insgesamt zehn Konzerte zu erleben. Von großen symphonischen Werken und Kammermusik der Klassik und Romantik über Kompositionen aus jüngster Zeit bis hin zu Elektronik und Improvisation eröffnet das Festivalprogramm ein breites stilistisches Panorama. Den Auftakt bestreiten Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra in der Philharmonie Berlin.
„Humanismus ist die einzige, genauer, die letzte Verteidigungslinie, die wir haben, um uns gegen die unmenschlichen Exzesse und Ungerechtigkeiten zu wehren, die unsere Menschheitsgeschichte verunstalten. Wir gehen davon aus, dass die Trennung von Menschen und Völkern keine Lösung der Probleme ist, die zwischen ihnen liegen. Und gegenseitige Ignoranz ist das größte Übel. Zusammenarbeit und Koexistenz hingegen, so, wie wir sie in der Musik gemeinsam erleben, erspielen und lieben – das ist unser Ziel."Edward W. Said
„Große Musik ist das Ergebnis intensiven Hörens. Jedes Orchestermitglied muss sehr genau der Stimme des Komponisten wie auch seinen Mitspielern zuhören. Persönliche und internationale Harmonie kann es nur geben, wenn wir uns zuhören. Jede Seite, jede Partei muss die Ohren öffnen, um die Geschichten und Meinungen des anderen zu verstehen."Daniel Barenboim